Ein erhabener Ort

Wenn es nicht Visionäre wie Wyman E. Mueller und seine Gattin Eleanor gäbe, hätte Colorado nur 41, statt 42 landesweite Parks. Dank ihrer Voraussicht und ihrem Interesse an Naturschutz, kamen die ungefähr 12.103 Morgen ihrer Mueller Ranch, die sich aus peu à peu von den Vorbesitzern erworbenen Grundstücksparzellen zusammensetzte, in den späten 70er Jahren unter die Schirmherrschaft der Umweltorganisation Nature Conservancy. Etwas mehr als die Hälfte, nämlich 6.982 Morgen, wurden an die Colorado Division of Wildlife verkauft, die sie unter dem Namen Dome Rock Wildlife Area betreibt, wo Jagen saisonal erlaubt ist. Die restlichen 5.121 Morgen wurden 1991 als Mueller State Park eröffnet.

Besucherzentrum

Das seit 1997 bestehende Besucherzentrum beherbergt informative Ausstellungen über die naturkundliche und Siedlungsgeschichte des Gebietes. Nachdem es die Ute Indianer über Jahrhunderte hinweg in den Sommermonaten nutzten, lockte es im 19. Jahrhundert Trapper, Rancher und Farmer an, und auch Gold und Bauholz wurden ihm entlockt. Auf seinen Wiesen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts sogenannter Pikes Peak Kopfsalat angebaut, der das ferne Chicago und New York per Güterzug erreichte, mit aus hiesigen Tümpeln geschlagenen Eisblöcken zur Kühlung. Zwölf Gebäude, in unterschiedlichen Stadien des Verfalls, liegen noch immer im jetzigen Park verstreut und beflügeln unsere Fantasie.

Ehemalige Cheesman Ranch

Von Colorado Springs aus erreicht man das Naturgebiet im Kreis Teller (Teller County) in etwa einer Autostunde. Es schmiegt sich an die Westfassade von Pikes Peak, zwischen den Städtchen Divide und Cripple Creek, entlang der Landstraße 67. Auf einer Höhe von fast 3.000 Metern gelegen, bietet es ein Panorama der Sangre de Cristo und der Sawatch Berge im Westen Colorados.

Sicht auf die westliche Bergkette vom Aussichtspunkt auf Grouse Mountain

Im Laufe der Zeit haben wir sein variables und umfangreiches Areal mittels Wanderwegen, die sich auf mindestens 80 Kilometer beziffern, entweder zu Fuß, oder mit Schneeschuhen, erkundet. Außerdem verbrachten wir vor einigen Jahren 2 kühle Herbstnächte auf einem Zelten vorbehaltenen Campingplatz. Der Ort ist auch unter Wohnmobilreisenden sehr beliebt und bietet 132 Standplätze mit Stromanschluß. Auch eine dritte Art der Unterkunft wird geboten, aber bis vor kurzem hatten wir nur neugierige Blicke auf die drei Hütten des Parks geworfen. Da wir praktische Geschenke mögen, präsentierte ich meinem Mann zu Weihnachten zwei Übernachtungen in der kleinsten Hütte, genannt Pine Cabin, und war mir dabei voll bewußt, daß es sich um keine selbstlose Gabe handelte.

Pine Cabin

Ich machte die Reservierung bereits Ende November, und erhielt eine Zahlenkombination für die Haustür. Als wir sie Monate später eingaben, waren wir erleichtert, daß sich Sesam öffnete und wir inspizierten das Innere der Blockhütte mit Wohlwollen. Küche und Eßzimmer waren mit allen Gerätschaften und Utensilien ausgestattet, das kleine Wohnzimmer mit Gasofen, das Bad mit Textilien, und die zwei Schlafzimmer mit gemachten Betten. Ungeachtet der hohen Belegung war alles picobello.

Küche mit Eßtisch

Da der März oft Niederschläge mit sich bringt, erhoffte ich mir eine Schneedecke, doch unser Winter war bisher sehr mild, und so stapften wir in Wander-, statt in Schneeschuhen umher. Das Wetter war sonnig, klar und windig, und die Temperaturen schwankten zwischen 1 und 12 Grad Celsius.

Elk Meadow mit Sicht auf die Hinterwand von Pikes Peak

Der Park ist berühmt für seine Tierwelt, besonders für die Brunft der Wapitihirsche im Herbst, aber wir trafen nur auf einige Großohrhirsche, Raben, Krähen, Bussarde, Meisen, ein einziges Rotkehlchen und Kiefernhäher sowie zwei hungrige Meisenhäher (die fürs Betteln bekannt sind), was wahrscheinlich in dieser Übergangsperiode nicht anders zu erwarten war.

Ruhender Großohrhirsch

Meisenhäher

Wir begnügten uns mit zwei- bis dreistündigen Wanderungen und verbrachten die restliche Tageszeit mit Lesen, Schreiben und Entspannen vor dem warmen Kamin.

Wir sind der Mueller Familie dankbar, daß sie dieses Stück Erde mit einem relativ intakten Ökosystem erhalten hat. Es bietet Zuflucht von dem geschäftigen Treiben der ständig zunehmenden Bevölkerung Colorados. Wir freuen uns darauf, diese erhabene Gegend auch in ihren und unseren zukünftigen Jahreszeiten zu erleben.

Klicken Sie bitte hier für die englische Version/click here for the English version :

https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/03/16/an-elevated-place/

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.