Noch so ein Stadtpark

Einer der ältesten „Parks“ in Colorado Springs ist North Cheyenne Cañon. Seit die Stadt von General William Jackson Palmer 1871 gegründet wurde, ist dieses Gebiet sowohl unter Einheimischen als auch unter Touristen sehr beliebt. Die offizielle Parkanlage begann 1885 mit einer Fläche von rund 260, von Colorado College erworbenen Hektaren, und erreichte seine heutige Ausdehnung von 650 Hektaren durch eine Landstiftung General Palmers in 1907 sowie durch spätere Ergänzungen.

Starsmore Besucherzentrum

In der Nähe des Parkeingangs liegt das Starsmore Besucherzentrum. Dieses massive Steinhaus stand einst einige Meilen östlich und diente als Residenz der Starsmore Familie. 1990 wurde die gesamte, 181 Tonnen schwere Struktur in einer spektakulären Aktion auf einem Anhänger hierher transportiert, und übernahm 1992 die Rolle eines Empfangsgebäudes und Museums. Im selben Jahr wurde die gemeinnützige Gesellschaft Friends of North Cheyenne Cañon gegründet, die dieses Jahr ihr Silberjubiläum feiert — Happy Birthday, Friends!

North Cheyenne Cañon Straße

Eine kurvenreiche, vor kurzem erneut gepflasterte, und von Riesenpinien und -fichten gesäumte Straße schlängelt sich etwa 5 Kilometer lang die enge Kluft hoch, die dem Verlauf des North Cheyenne Creek bis zum Fuß der Helen Hunt Wasserfälle folgt. Diese sind nach einer bekannten Schriftstellerin benannt, die wie viele aus dem Osten der USA der Gesundheit wegen nach Colorado Springs pilgerte. Demnächst gibt es auf meinem Blog mehr Details über diese bemerkenswerte Frau. Neben den Fällen steht ein weiteres Besucherzentrum. Dieses 2013 eröffnete Blockhaus ersetzte eine baufällige Vorgängerhütte, die zum benachbarten Bruin Inn von Colorado College gehörte, der bereits vor längerem niederbrannte.

Helen Hunt Wasserfälle (hinten links) und Besucherzentrum

In geringer Entfernung von diesem Ort endet der Asphalt an der Kreuzung der Gold Camp Road und des High Drive, wo heute ein Parkplatz ist. Die Gold Camp Road wurde als Bahnstrecke für die sogenannte Kurzlinie (Short Line) gebaut, die Gold von dem Städtchen Cripple Creek auf der Hinterseite von Pikes Peak zu den Metallhütten in Old Colorado City lieferte. Als sich der Abbau des Edelmetalls nicht mehr rentierte, wurden die Schienen entfernt, und der Schotterpfad für Autoverkehr geöffnet.

Lower Gold Camp Road und High Drive treffen sich

Parkplatz, der oft voll belegt ist

Nach dem Einbruch eines Eisenbahntunnels sperrte man die betroffene Strecke für Autos und machte sie nur Pferden, Fußgängern, Rad- und Geländeradfahrern zugängig. Infolge von Überschwemmungen ganzer Abschnitte des High Drive ist auch er Reisenden zu Huf, Fuß und Speichen vorbehalten. Aufgrund der geschichtsträchtigen Vergangenheit des Parks wurde ihm 2009 die besondere Ehre zuteil, in das staatliche Verzeichnis historischer Stätten aufgenommen zu werden.

Die attraktive Landschaft hat auf Naturliebhaber eine magnetische Wirkung. Kilometerlange Verzweigungen der Gold Camp Road und des High Drive, in Kombination mit Wandergelegenheiten im Cañon selbst, ergeben ein schier endloses Wegenetz, das diese hügelige Westgrenze von Colorado Springs überzieht. Mein Mann und ich haben einen Großteil dieser Gegend durchstiefelt, fühlen uns aber immer wieder zum Columbine Trail hingezogen. Dieser beginnt westlich des Starsmore Zentrums auf 1900 Metern Höhe, endet nach sechseinhalb Kilometern auf etwa 2300 Metern und ist dank seiner südlichen Lage oft früh schneefrei. Der Weg windet sich durch Nadelgehölz und Eichengebüsch und bietet Aussichten auf die Helen Hunt und die silbernen Wasserfälle (Silver Cascade Falls), auf die Felsformationen, die die Klamm umkränzen sowie auf die weite Prärie östlich der Rocky Mountains.

Columbine Pfad

Sicht auf die Silver Cascade Fälle vom Columbine Pfad aus

Blick gen Osten

Je nach Tages-, Wochen- und Monatszeit ist im Park viel los, und da wir uns nach Stille sehnen, vermeiden wir Ausflüge am Wochenende und zu anderen Stoßzeiten. Während wir schwitzen, und das Blut unsere Adern durchströmt, erfreuen wir uns der Streicheleinheiten der Sonne, des Rauschens des Bergbaches und des Gesanges der gefiederten Gäste. Meisen, Kleiber, Häher und Grundammern flattern von Baum zu Baum, Raben und Raubvögel segeln hoch in den Lüften.

Seit vielen Jahren bietet North Cheyenne Cañon Suchenden von nah und fern Freuden, und diese Suchende hofft, sie dort auch in Zukunft weiterhin zu finden.

Klicken Sie bitte hier für die englische Version/click here for the English version:

https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/04/13/just-another-city-park/

2 Gedanken zu “Noch so ein Stadtpark

  1. Ein rauschender Bergbach und Vogelgezwitscher – das hört sich sehr idyllisch an. Ich würde auch die Wochenenden meiden, so halte ich es hier bei mir an der Nordsee auch. Die Wochenenden gehören den Gästen, an den Wochentagen gehört der Strand uns. Danke fürs Mitnehmen! Ulrike

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    • Herzlichen Dank für Dein Interesse, liebe Ulrike. Manche Orte verlieren etwas von ihrem Zauber wenn sie überrannt sind, aber ich verstehe, daß wir nicht die einzigen Personen sind, die diese wunderschönen Ziele erleben möchten. Glücklicherweise kann man sie aber auch noch anders erleben.

      Gefällt 1 Person

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