Ein Spaziergang in unserem State Park

Cheyenne Mountain State Park öffnete seine Pforten im Jahre 2006. Obwohl dieses Ereignis mit unserer Rückkehr nach Colorado Springs zusammenfiel, waren wir nicht neugierig genug darauf, um die 7 Dollar Eintrittsgeld zu zahlen, da das Umland viele alternative und kostenlose Tummelplätze bietet. Das änderte sich vor einigen Jahren, als wir in eine Jahreskarte investierten, die für 70 Dollar Zutritt in alle 42 State Parks Colorados bietet. Wir fanden schnell heraus, wie leicht es uns fiel, 10 Besuche pro Jahr zu übertreffen.

Zu unseren gelegentlichen Ausflugszielen zählen Castlewood Canyon State Park im benachbarten Douglas County und Mueller State Park in Teller County, aber die Nähe von Cheyenne Mountain State Park zu unserem Haus ist ein großer Vorteil — es bedarf lediglich 10 Minuten, um den Eingang von unserer Einfahrt aus zu erreichen. Der erste und bisher einzige State Park in El Paso County liegt gerade südlich der Stadtgrenze von Colorado Springs, entlang Colorado Highway 115, am Fuße von Cheyenne Mountain. Dieser war in alten Zeiten von der Schriftstellerin und Indianeraktivistin Helen Hunt Jackson heiß geliebt, und verbirgt seit neuerem NORAD (Nordamerikanisches Luft- und Weltraumverteidigungskommando) in seinen von Menschenhand geschaffenen Höhlen und Gängen. Das Land wurde einst von Siedlern bewirtschaftet und entging dem Schicksal der Bebauung, als sich die Stadt, der Bezirk, die Vereinigung der State Parks und eine Reihe privater Organisationen für seine Erhaltung einsetzten.

Die vorhandenen Pfade beziffern sich auf etwa 35 Kilometer und laden zum Wandern und Mountainbiking ein. Mein Mann macht manchmal mit seinem Recurvebogen von der Bogenschießanlage Gebrauch. Ab und an nehmen wir an Vogel- oder Blumenführungen teil sowie an literarischen Spaziergängen, bei denen es um Schriftsteller regionalen Interesses geht. Sie beginnen mit einer biographischen Übersicht im Besucherzentrum und gipfeln mit einer Lesung im sogenannten Felsgarten, der durch einen kurzen Bummel zu erreichen ist. Der beliebte Campingplatz ist an Sommerwochenenden und –feiertagen meist voll belegt, hauptsächlich mit Wohnmobilen, aber auch Zeltplätze sind sehr begehrt.

Besucherzentrum

Felsgarten (Rock Garden)

Von der Zugangsstraße aus entfaltet sich das Landschaftsbild wie eine Leinwand. Die Wiesen der niederen Lagen werden von Wildblumen unterlegt. Gelbe Königskerzen, pinkfarbene Disteln und schneeweißer gehörnter Stachelmohn lugen aus dem Grün hervor. Der Präriesonnenhut trägt einen goldenen Rock und cremefarbene Yucca Blüten baumeln wie Girlanden zwischen den bajonettartigen Blättern. Diese Prärienlandschaft beherbergt auch die gewundenen Gänge von Präriehunden. Ihr Gezirpe interpretiere ich als ein freundliches Willkommen. Eine Bande Elstern versucht vergeblich, die wohlklingende Musik von Wiesenlerchen zu übertönen. Schwalben hocken in der Nähe ihrer Nistkästen auf Zäunen. Auf mittleren Höhen dominieren Eichengebüsch und Wacholder, die von Grundammern und Buschhähern bevorzugt werden. In höheren Gefilden überwiegt Nadelwald, mit hie und da einem Espenbaum. Die nach Vanille duftenden Ponderosa-Kiefern verbergen Einsiedlerdrosseln, deren bewegende Melodien den Berghang hinab driften. Unsichtbare, seidene Stränge erstrecken sich über die Pfade, Libellen und Schmetterlinge flattern auf lautlosen Schwingen.

Eindrücke vom Park: Der Felsbaum

Eindrücke vom Park: Interessanter Wuchs

Gehörnter Stachelmohn

Präriesonnenhut

 

Ein gelegentlicher Sommerbesucher mit lautmalerischem Namen: Dickzissel

Großohrhirsch

Obwohl es befriedigend ist, die existierenden Wanderwege in immer wechselnden Kombinationen zu erforschen, freuen wir uns dennoch auf einen geplanten neuen Zweig, der den Gipfel von Cheyenne Mountain selbst erreichen soll, dessen Betreten bisher untersagt war. Er befindet sich noch im Bau und soll in nicht allzu ferner Zukunft fertiggestellt werden. Dadurch wird dieser liebenswerte Zufluchtsort eine weitere Attraktion hinzugewinnen, mit noch überragenderer Aussicht auf den Park und seine Umgebung.

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https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/07/27/a-stroll-in-our-state-park/

Von Stachelschweinen und Handschuhen

     Jede Fremdsprachenschülerin ist schon ins sprachliche Fettnäpfchen getreten. Ich erinnere mich gut an einige dieser Situationen, über die ich mich jetzt amüsieren kann, die aber zu dem jeweiligen Zeitpunkt ziemlich peinlich waren. Das Problem mit diesem Beitrag ist, daß er nur auf English einigermaßen lustig ist. Deshalb werde ich ihn nicht ins Deutsche übersetzen. Denn die Worte Stachelschwein, Nashorn, Nilpferd, Handschuh und Hufeisen lassen einen deutschen Muttersprachler kalt.

     Aus diesem Grunde empfehle ich all denen, die der englischen Sprache einigermaßen kundig sind, diesen Post hier zu lesen: https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/07/20/of-quill-pigs-and-hand-shoes/

     Die folgenden Photos sprechen allerdings für sich. Obwohl er theoretisch nachtaktiv ist, stieß ich auf diesen gutaussehenden Gartenbesucher mit einem schlechten Ruf früh am Morgen, als er unter den Vogelfutterhäuschen nach Leckerbissen suchte, die vom Buffet des Vortages übriggeblieben waren. Dieser Ruf wurde in seinem Namen verewigt, ohne Rücksicht auf seine Attraktivität.

Darf ich Sie mit dem übelriechenden, aber doch so gutaussehenden Stinktier bekannt machen?

Die ursprüngliche Helen Hunt

Auswärtige Besucher in Colorado Springs denken oft an die gegenwärtige Hollywood Schauspielerin, wenn ich den Namen Helen Hunt im hiesigen Heimatmuseum (Colorado Springs Pioneers Museum) erwähne, wo ich ehrenamtlich tätig bin. Beide haben denselben Namen und eine Verbindung zu Kalifornien, aber Helen Hunt, die Erste (1830-1885), war Pionierin und Schriftstellerin in den Kindheitstagen unserer Stadt, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre ersten Eindrücke waren nicht schmeichelhaft: „Ich werde nie meine abgrundtiefe Enttäuschung vergessen, als ich die Stadt zum ersten Mal erblickte. Im Osten erstreckte sich die trostlose, öde, unerbittliche Prärie. Im Westen erhob sich eine dunkle, schneebedeckte, steilwändige, strenge, grausame, unerbittliche Bergkette. Dazwischen lag die Stadt: klein, neu, baumlos. Es hätte fast zum Sterben gereicht“. Keine Handelskammer würde mit diesen Worten werben. Es ist ironisch, daß Colorado Springs sich bald darauf deren Verfasserin rühmen, und die beliebten Wasserfälle in North Cheyenne Cañon nach ihr benennen würde.

Helen Hunt Falls in North Cheyenne Cañon

Helen Hunt, geborene Fisk, war 43 als sie die flache, monochromatische Prärie auf der langen Zugreise von ihrer Heimat in Massachusetts nach Colorado im November 1873 überquerte, und diese düsteren Sensationen empfand. Wer ihr Schicksal bis zu diesem Zeitpunkt kennt, kann sie nachvollziehen. Mutterlos seit 13 und vaterlos seit 16, hatte sie mit 23 ihren elf Monate alten Sohn Murray, mit 32 ihren zweiundvierzigjährigen Mann Edward B. Hunt und mit 34 ihren achtjährigen Sohn Warren verloren. Krank an Körper und Seele folgte sie dem Rat ihres Arztes, der ihr einen Ortswechsel für ihre chronische Atemwegserkrankung verschrieben hatte. Vor der Entdeckung von Antibiotika war Colorado wegen des gesunden Bergklimas eines der Hauptreiseziele für Schwindsüchtige. In einer Zeit, in der Fehldiagnosen häufig waren, mag sie zwar an Tuberkulose gelitten haben, aber offiziell war es Asthma.

Die lediglich zwei Jahre alte Stadt am Fuße von Pikes Peak profitierte von der Tatsache, daß Helen die trockene Luft der Berge bekam, und deren Schönheit ihre Depressionen heilte. Nach einem Meinungsumschwung von 180 Grad entschied sich Helen zum Bleiben. In einem Artikel über ihr neues Zuhause, der im August 1874 in der Zeitschrift New York Independent erschien, drückte sie sich folgendermaßen aus: „Heute sage ich, es allein würde fast zum Leben ausreichen“. „Fast“, weil sie das Reisen weiterhin liebte und praktizierte.

Während ihrer Trauerzeit in Massachusetts hatte Helen Hunt Gedichte verfaßt und veröffentlicht. Reisebeschreibungen folgten einigen Auslandsexkursionen. In Neuengland gehörten Ralph Waldo Emerson, Harriet Beecher Stowe und Emily Dickinson zu ihrem Freundeskreis. Sie bemühte sich vergeblich, Emily zur Veröffentlichung ihrer Gedichte zu ermutigen, die bis auf wenige, anonym publizierte, erst postum erschienen. Nachdem sich Helen in Colorado niederließ, schrieb sie auch Romane. Sie gehörte zu einer auserlesenen Gruppe von Autorinnen, die sich mit ihrer Kunst ihren Lebensinhalt verdienen konnten.

Colorado Springs, auf dem Reißbrett entstanden, befand sich noch in einer frühen Bauphase. Es gab wenig Unterkünfte, und Helen Hunt mietete sich im Colorado Springs Hotel ein, dem ersten der Siedlung. Dort traf sie einen der anderen Gäste, William S. Jackson. Er war Sekretär und Kassenwart der Denver and Rio Grande Eisenbahnlinie, die ebenso wie Colorado Springs von General William Jackson Palmer gegründet worden war. Die Freundschaft zwischen Helen und Mr. Jackson führte zu ihrer Heirat im Jahre 1875.

Vier Jahre später besuchte sie eine Vorlesung des Ponca Häuptlings Standing Bear, die in einer Neuorientierung ihrer verbleibenden Lebensjahre resultierte. Sie recherchierte die an den Indianern begangenen Greueltaten und entwickelte sich zur entschiedenen und empörten Aktivistin für deren Rechte. 1881 veröffentlichte sie A Century of Dishonor (Ein Jahrhundert der Schmach) und verteilte Kopien an alle Kongreßabgeordneten. Obwohl es größtenteils unbeachtet blieb, beauftragte die Zeitschrift Century Magazine Helen, die Situation der Indianer in den ehemaligen spanischen Missionen in Südkalifornien zu erforschen. Dies führte letztendlich zu ihrer Ernennung als Sonderermittlerin für die Behörde für Indianerangelegenheiten und zu ihrer Berichterstattung über deren erbärmliche Lebensbedingungen und Perspektiven. Auch motivierte es sie, deren Leiden in Romanform darzustellen. In einem Brief vom 2. Mai, 1883 an den Verleger der Zeitschrift Atlantic Monthly, drückte sie ihre Ambitionen so aus: „Wenn ich eine Geschichte schreiben könnte, die nur ein Tausendstel dessen für die Indianer bewirken könnte, was Uncle Toms Cabin für die Schwarzen tat, wäre ich für den Rest meines Lebens lang dankbar“.

Sie verlieh ihrer Entrüstung in dem Roman Ramona Ausdruck, fieberhaft in vier Monaten verfaßt, und 1884 veröffentlicht. Er handelt von der tragischen Liebesbeziehung zwischen einem Vollblutindianer und einer Frau, halb Indianerin, halb Schottin, die in einer spanisch-mexikanischen Familie als Waise aufwächst, und kritisiert Vorurteile und Verstöße gegen die Indianer der katholischen Missionen des ehemals mexikanischen Hoheitsgebiets Kaliforniens, das nach dem Krieg zwischen Mexiko und den USA (1846-1848) den vereinigten Staaten angeschlossen wurde.

Es ist etwas schwierig zu quantifizieren, inwieweit ihre Reportagen in Reformen der Indianerpolitik resultierten. Ihr Roman Ramona wurde jedoch zum literarischen Bestseller, der bis heute ununterbrochen verlegt wird. Er wurde wiederholt verfilmt und wird seit 1923 jährlich als Drama bei den Ramona Festspielen im kalifornischen Hemet aufgeführt.

Leider folgte Helens Tod der Geburt ihres Meisterwerkes dicht auf den Fersen. Ich hoffe, daß sie durch den Riesenverkauf von mehr als 15.000 Exemplaren in den 10 Monaten zwischen der Veröffentlichung und ihrem Ableben ein wenig Genugtuung erfuhr. Sie blieb sich bis zum Ende treu und flehte noch von ihrem Totenbett in Kalifornien, wo sie sich von einer Krankheit erholen wollte, Präsident Grover Cleveland in einem Brief an, die an den Indianern begangenen Untaten zu korrigieren. Am 2. August, 1885 erlag sie einem vermutlichen Magenkrebs im Alter von nur 54 Jahren, mit William an ihrer Seite.

Helen liebte Cheyenne Mountain in Colorado Springs so sehr, daß ihr Mann ihr Heim umgebaut hatte, um ihr die Sicht auf ihren Lieblingsberg von ihren Gemächern aus zu ermöglichen. Nun folgte er ihrem Wunsch und bestattete sie im Schatten des Berges, am sogenannten Inspiration Point, oberhalb der Seven Falls (Sieben Wasserfälle), die bereits damals eine Touristenattraktion waren. Sie lag unter einem wachsenden Hügel aus Steinen, liebevoll von ihren Bewunderern, die zu ihrem Ruheort pilgerten, platziert.

Helen Hunts ehemalige Ruhestätte in der Nähe von Inspiration Point, mit dem falschen Geburtsjahr

Aussicht von ihrer ehemaligen Ruhestätte auf das moderne Colorado Springs

Letztendlich wurde sie in die Anlage der Familie Jackson auf dem Evergreen Friedhof verlegt. Für ihre Anhänger ist es tröstlich zu wissen, daß ihr Grab dem Gipfel, den sie so liebte, am nächsten liegt, und eine ununterbrochene Aussicht darauf hat.

Jetzige Ruhestätte Helen Hunts auf dem Evergreen Friedhof

Nachdem die Stadt das Jackson Grundstück 1961 erwarb, und das Haus vor dem Abriß stand, wurden Teile davon von ihrer Familie an das Colorado Springs Pioneers Museum gespendet, wo vier Originalräume samt Inneneinrichtung Teil der Dauerausstellung sind.

Colorado Springs Pioneers Museum

Einblick auf Helen Hunts Eßzimmer und Bibliothek im Museum

Helen Hunt Jackson nimmt unter den frühen Bürgern von Colorado Springs eine Sonderstellung ein. Ihr unbezwingbarer Geist überkam wiederholte Schicksalsschläge und ihr Aktivismus für die Indianer war ungewöhnlich für eine Frau ihrer Ära und ihres Standes. Im geschichtlichen Universum unserer Stadt leuchtet sie als einer der hellsten Sterne.

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https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/07/13/the-original-helen-hunt/

Helen Hunts Bildnis stammt von einem Photo, das ich von einer von dem Pikes Peak Library District herausgegebenen Postkarte gemacht habe. Photograph und Datum sind unbekannt.

Eine Studie der Brutvögel

Als mich mein Alarm um 2 Uhr 30 am Morgen aus dem Traum riß, befand ich mich im Tiefschlaf. Die flatternden Vorhänge, ratternden Fenster, bellenden Nachbarhunde und Angst vor dem Verschlafen waren meinem Schlummer nicht dienlich gewesen. Eine Bekannte hatte mich gebeten, ihr bei einer Brutvogelstudie behilflich zu sein, und da ich auf diese neue Erfahrung neugierig war, hatte ich bereitwillig zugestimmt. Um das ihr zugewiesene Areal in der Nähe des 130 Kilometer entfernten Olney Springs in Crowley County rechtzeitig zur Startzeit um 4 Uhr 59 zu erreichen, mußten wir von Colorado Springs aus um 3 Uhr 30 losfahren. Ich traf mich mit Diana und Rose, einer weiteren Helferin, auf einem Parkplatz. Wir beluden ein Auto mit unseren Vorräten und fuhren los.

Das frühe Aufstehen war einer geruhsamen Nacht nicht zuträglich, wohl aber dem Erlebnis eines spektakulären Sonnenaufgangs. Diana und Rose hatten bereits einige Tage zuvor an einem anderen Ort eine erste Studie durchgeführt, doch ich mußte noch eingeweiht werden. Als ich anfangs von dem Projekt gehört hatte, stellte ich mir vor, wir würden klammheimlich nach bewohnten Vogelnestern suchen. Ich fand schnell heraus, daß wir stattdessen jede halbe Meile anhalten, und drei Minuten lang alle gehörten oder gesehenen Vögel dokumentieren würden. Da wir 25 Meilen zurückzulegen hatten, bedeutete das 50 Stopps. Sobald Diana Vögel identifizierte, verkündete sie ihre Namen. Als eine von zwei Schreiberlingen notierte ich ihre Art und Anzahl. Rose überwachte und dokumentierte GPS Koordinaten und damit verbundene Orientierungsmerkmale, um zukünftigen Beobachtern die Arbeit zu erleichtern. Diese langfristige Brutvogelstudie (Breeding Bird Survey) der nordamerikanischen Vogelpopulation wird seit 1966 von dem United States Geologic Survey (USGS) und dem Canadian Wildlife Service organisiert.

In dieser von Kurzgräsern geprägten und mit Cholla Kakteen getüpfelten Gegend in Colorado waren Wiesenstärlinge, Spottdrosseln, Ohrenlerchen, Prärieammern, Trauertauben und Cassinammern die häufigsten Bewohner und enthusiastischsten Sänger, und sie brachten uns den ganzen Morgen lang ein Ständchen. Am blauen, wolkenlosen Himmel kreisten Rotschwanz-, Prärie- und Königsbussarde. In dem relativ homogenen Umfeld kamen wir auf 35 Arten.

Anfangs trugen wir noch lange Ärmel, aber bald entledigten wir uns in der aufgehenden Sonne einiger Schichten. Neben Kreaturen im Federkleid sahen wir auch einige mit Pelzbehang: Fuchs, Kojote, Gabelböcke und Antilopenhasen. Und zwei Schildkröten, die die Fahrbahn überquerten. Als ich eine von der Mitte zum Rand der Schotterstraße trug, erinnerte sie mich daran, daß gestreßte Tiere oft ihre Blasen entspannen. Meine Rettungsaktion war wahrscheinlich unnötig, da wir in fünf Stunden nur vier Fahrzeugen begegneten.

Kurz vor Ende unseres Einsatzes gegen 10 Uhr sahen wir eine Präriehundsiedlung. Glücklicherweise teilten die niedlichen Nager ihren Wohnraum mit Prärieeulen, die immer eine Zugabe sind. Eine von ihnen hockte auf einem Pfosten und ihr starrer Blick schien uns zu verstehen zu geben, daß es Zeit war zu verschwinden. Wir kamen ihrer Bitte nach.

Vereinzelte Farmen verkörperten menschliche Aktivitäten auf diesem anspruchsvollen Land, manche noch in Betrieb, manche außer. Besonders beeindruckten uns eine robuste Struktur, deren Fundament aus Stein gemauert war. Wer lebte einst hier, in etwas erhobenem Stil? Welche menschlichen Schicksale spielten sich unter dem baufälligen Dach ab?

Ähnlich wie bei vorherigen Aufenthalten in Colorados Prärie wuchs meine Wertschätzung für die menschlichen, tierischen und pflanzlichen Bewohner dieser genügsamen Umwelt.

Danke für die Einladung, Diana.

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