Ancestral Puebloans-Teil 1: Übersicht

Im US Gebiet Four Corners, wo Colorado, Neu Mexiko, Arizona und Utah zusammentreffen, dominiert das Colorado Plateau Landschaft und Klima. Unzählige Ruinen übersäen die Region. Ruinen, die an komplexe Gesellschaften erinnern, die einst in dieser halbtrockenen bis trockenen, hochgelegenen, wüstenartigen Umwelt ihr Dasein fristeten. Nachdem sich die ehemals nomadischen Indianer niederließen, errichteten sie Gebäude aus Gestein und Holz, verputzten sie mit einer aus Wasser und Erde angerührten Mischung und verwandelten sie somit zu Wohnstätten, die in Erdfarben getüncht waren. Sie läuteten das Zeitalter der Pueblos ein, welches von etwa 700 bis 1300 u. Z. dauerte.

Four Corners Region Colorados

Ansammlungen dieser Pueblos säumten Felsschluchten oder wurden unter Felsdecken erbaut. Fast alle lagen in der Nähe einer Quelle oder Sickerstelle, was ihre Wasserzufuhr sicherte. Pinien und Wacholderbäume, Wüstensalbeibüsche, und die damit verbundene Pflanzengemeinschaft lieferten Zutaten zum Bauen, Brennen, Bekleiden und Verzehr.

Pflanzengemeinschaft der Wacholderbäume und Wüstensalbeibüsche

Eßbare Wacholderbeeren

Wilde Tiere ergänzten weiterhin Kleidung und Küche, aber die früheren Jäger und Sammler wandten sich einem Lebensstil zu, der überwiegend von Landwirtschaft abhing, und der die heilige Lebensmitteldreifaltigkeit des Südwestens produzierte: Mais, Bohnen und Kürbisse. Der unendliche Horizont mit klarer Sicht auf zahllose himmlische Konstellationen inspirierte Felsritzungen, die Sommer- und Wintersonnenwenden sowie weitere kosmische Phänomene genauestens vorhersagten.

Astronomische Felsritzungen

Petrogylphs“ (Felsritzungen, hier gezeigt) und Pictographs“ (Felszeichnungen, hier nicht sichtbar) sind die einzigen Niederschriften“ der Ancestral Puebloans

Wer waren diese Menschen, um eine ehrfürchtige Frage meines Mannes zu wiederholen. Als die Entdecker des 19. Jahrhunderts deren Monumentalbauten zum ersten Mal erblickten, übernahmen sie die Bezeichnung Anasazi für die Architekten aus der Navajo Sprache, was so viel bedeutete wie alte Feinde“, oder alte Fremdlinge“. Laut früheren Vorstellungen verschwanden sie scheinbar von heute auf morgen vom Erdboden. In den letzten Jahrzehnten setzte sich die Auffassung durch, daß sie sich in benachbarte Landstriche verstreuten, und mit den Vorfahren der heutigen Pueblobewohner vermischten. Dies resultierte in ihrem neueren Namen, Ancestral Puebloans, was so viel bedeutet wie Ahnen der Pueblobewohner.

Kakteen gedeihen in dem kargen Klima…

….ebenso Eidechsen

Rabe auf Ruinen

Warum verließen die Gebieter dieser abgelegenen Gegenden ihre sorgfältig erbauten Gemeinden, die den Launen der Jahrhunderte getrotzt hatten? Niemand weiß es genau, aber Theorien gibt es reichlich. Daß Wasser Leben bedeutet, ist überall unumstritten. Es ist nirgendwo offensichtlicher, als in einem Ökosystem, wo dessen Vorhandensein immer grenzwertig ist, und durch ein smaragdfarbenes Band signalisiert wird, das sich durch die Pastelltöne der Wüste windet. Verschwanden die Ancestral Puebloans wegen Wassermangels, nachdem Dürre jahrein, jahraus die Regel war, wie Jahresringdatierungen ergaben? Waren Übernutzung des Bodens und daraus resultierende Konflikte bis hin zu bewaffneten Auseinandersetzungen dafür verantwortlich? Sobald eine Frage beantwortet wird, tun sich andere auf, und viele bleiben offen.

Wer waren diese Ancestral Puebloans?

Klicken Sie bitte hier für die englische Version/click here for the English version:

https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/08/24/ancestral-puebloans-part-1-overview/

Dies ist der erste Artikel einer mehrteiligen Serie.

Klicken Sie bitte hier für Teil 2, hier für Teil 3, hier für Teil 4.

5 Gedanken zu “Ancestral Puebloans-Teil 1: Übersicht

  1. Ich bin total glücklich, dass Du mir Deine neue Heimat so ansprechend präsentierst, kann man ja im Moment nicht von allen Amerikanern sagen… Ich bekomme trotzdem direkt Lust mal rüber zu machen, obwohl ich bis jetzt nicht an einen Urlaub in den USA gedacht habe. Wir sind halt gerne in der Natur, deshalb freut es mich, dass Du mir das genau bietest in Deinen wirklich sehr schönen Beiträgen.

    Gefällt 2 Personen

    • Das freut mich sehr, Ira. Es gibt natürlich auch viele Reisende, die gerne Städtereisen machen, und New York City sollte man irgendwann mal gesehen haben, aber für mich gibt es nichts Schöneres, als die Natur zu erleben, und der amerikanische Westen hat davon wahrscheinlich mehr, als alle anderen Gegenden.
      Liebe Grüße, Tanja

      Gefällt 1 Person

  2. Du schilderst alles wunderbar spannend, so dass man nicht möchte, dass dein Bericht endet.
    Ich freue mich auf die Fortsetzung.
    Deine Bilder sind ebenfalls hervorragend, liebe Tanja.
    Ich war einige Male in den USA und es hat mir sehr gut gefallen. Leider war ich aber nie in deiner Region. Umso mehr freut mich dein Bericht.
    Ganz liebe Grüße
    Brigitte

    Gefällt 2 Personen

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