Schmetterlingsfieber

Im späten Sommer und frühen Herbst erlebten die Rocky Mountains eine Invasion von Legionen amerikanischer Distelfalter. Das Wetterradar in Denver entdeckte riesige Schwärme dieser seidenen Schmetterlinge, als sie in einem etwa 110 Kilometer breiten Band wellenförmig über den Bildschirm flatterten. Auch wenn dieses Phänomen in östlicheren Staaten nicht unbekannt ist, stellte es in Colorado ein Novum dar. Dem aus den zahlreichen Begegnungen resultierenden Entzücken wurde in Zeitungen, im Fernsehen und auf vielen Blogs Ausdruck verliehen.

Zwischen Ende August und Mitte Oktober wurden Bewohner und Besucher von Colorado Springs mit dem Erscheinen weiterer beflügelter Kreaturen beglückt. Dank des zehnjährigen, von dem Rotaryklub organisierten Jubiläums der Veranstaltung „Flug“ (Flight), landeten 24 handgefertigte Schmetterlinge auf dem Rasen unseres Heimatmuseums (Pioneers Museum), wo ihre Farben und drolliges Design zu der aktiven Kunstszene der Innenstadt beitrugen. Diese stählernen Individuen mit einer Spannweite von einem Meter ließen sich auf zwei Meter hohen Stangen nieder, nachdem sie Künstlern aus Colorado kreierten. Danach wurden sie in einer Benefizveranstaltung versteigert, und die Erträge werden Kunst- und Wissenschaftsprogrammen in dem größten Schulbezirk sowie weiteren bedürftigen Organisation zukommen.

Nach einem Aufenthalt in meinem Lieblingsmuseum an einen strahlenden Herbsttag nutzte ich das perfekte Wetter aus, und knipste fröhlich mit meiner Kamera los. Wenn frau von einer Wolke überdimensionaler, bezaubernder Wesen umgeben ist, fällt die Wahl schwer. Jeder Schmetterling war individuell benannt und bemalt, auf seiner Vorder-und Rückseite, und die Details kann ich nur unvollkommen wiedergeben. Meine Fotos zeigen lediglich eine Auswahl dieser in Liebesarbeit geschaffenen Inspirationen.

Transformation-Flug des Phönix

Tiger Leidenschaft

Silhouette des Sonnenuntergangs

Harmonischer Traum

Huichol Wildnis

Ins Licht

Die Schöne und das Biest

Die vier Jahreszeiten

Die vier Jahreszeiten

Als ich unter diesen bewegungslosen Geschöpfen das Zittern vieler bewegter Flügel verspürte, die einerseits so gebrechlich erscheinen, andererseits aber deren Träger in ferne Länder befördern können, fühlte ich mich zugleich dankbar und beschwingt, Zeugin dieses magischen Moments zu sein.

Klicken Sie bitte hier für die englische Version/click here for the English version:

https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/11/09/butterfly-fever/

12 Gedanken zu “Schmetterlingsfieber

  1. Was für eine Farbenpracht und was für eine originelle Idee.
    Ich tu mir schwer, mich für einen Favoriten zu entscheiden.
    Nach mehrmaligem Anschauen schwanke ich immer noch zwischen dem „Harmonischen Traum“ und „den vier Jahreszeiten“!

    Und was den Distelfalter anbelangt, dieser scheint heuer nicht nur bei euch sondern auch bei uns in der Provinz von Québec ein Phänomen gewesen zu sein!

    Viele Grüsse aus Kanada
    Christa

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    • Danke, liebe Christa. Ich fand es auch schwer, mich für einen Favoriten zu entscheiden.
      Was die „Painted Ladies“ angeht, kann ich mich noch an Deinen Post erinnern. Ich glaube sie hatten einfach ein gutes Jahr.
      Schmetterlingliche Grüße nach Québec aus Colorado.
      Tanja

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  2. Welch eine Explosion der Farben vor blauem Himmel! Ich tendiere zu dem Sonnenuntergang und auch den 4 Jahreszeiten, wobei es gar nicht mal das Original sein muss. Deine Fotos sind genauso schön! Danke fürs Mitnehmen und liebe Grüße, Ulrike

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  3. Was für eine Farbenpracht! Wunderschön ist das, liebe Tanja!
    Besonders freue ich mich über die vielen echten Schmetterlinge.
    Das muss ein atemberaubender Anblick gewesen sein.
    Herrliche Aufnahmen unter einem herrlich blauen Himmel gemacht, so schön in unserem richtig grauen November in diesem Jahr anzuschauen 🙂
    Liebe Grüße
    Brigitte

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    • Herzlichen Dank, liebe Simone.
      Es war wunderbar, überall in der Natur Schmetterlinge um sich zu haben. Was ich gerne irgendwann mal sehen würde, sind die Überwinterungsplätze der Monarchen in Mexiko, das muß ein unglaubliches Schauspiel sein (aber eines, das leider im Schwinden begriffen ist).
      Liebe Grüße,
      Tanja

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      • Ja, die Schwärme in die Sierra Nevada müssen unglaublich sein. Es gibt noch so viel was ich gerne sehen möchte, umso wütender werde ich, wenn ich mir den Artenschwund anschaue. In Deutschland hat sich die Biomasse der Insekten in den letzten 30 Jahren um über 75% vermindert! Und ich merke das jährlich v.a. in meinem naturnah gehaltenen Garten. Wie sieht denn die Situation in den USA aus? Wahrscheinlich entspannter, oder? LG Simone

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      • Ich weiß nicht, wie es im direkten Vergleich mit Europa ist. Die Zahl der Monarchen ist erschreckend rückläufig, doch über andere Insekten hört mensch weniger. Verlust des Lebensraums und Insektizide sind auch hier große Probleme. Ich gebe trotzdem die Hoffnung nicht auf, daß Menschen wie wir, die ihre Gärten so anlegen, um Tiere anzulocken, doch einen kleinen Unterschied machen können, bis sich auch im Großen etwas ändert!

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