Die Freuden der Vogelschau

Fast kein Tag vergeht, an dem ich nicht nach Vögeln Ausschau halte, sei es an unseren Futterstellen im Garten, sei es auf Ausflügen mit Fernglas und Kamera. Menschen, die keine Vogelliebhaber sind, können sich überhaupt nicht vorstellen, Stunden mit der Suche nach gefiederten Wesen zu verbringen. Ich frage mich manchmal selbst, warum es mich nicht langweilt, ausgedehnte Zeitabschnitte damit zu verbringen, Tiere zu beobachten, die ich schon unzählige Male gesehen habe, aber ich werde ihrer nie müde. Weitverbreitete Vertreter, wie Sperlinge, Finken oder Meisen erfreuen mich ebenso wie seltenere Individuen, und das wiederholte Betrachten der bekannten Varietäten ermöglicht es, über ihre täglichen, monatlichen und jährlichen Zyklen zu lernen, was faszinierende Einblicke in ihr Leben vermittelt.

Viele Vogelbeobachter führen Listen über die von ihnen gesichteten Arten, seien sie mental oder buchstäblich. Es wäre unwahr zu behaupten, daß mir die Entdeckung einer neuen Art, eines sogenannten „Lifers“ (auch im deutschen Sprachgebrauch hat sich das Wort inzwischen eingebürgert) gleichgültig wäre. Auch wenn das keine Voraussetzung für das Genießen der Vogelwelt ist, spornt die damit verbundene Spannung zu ihrer tieferen Erforschung an. Monate mögen ohne Novum verstreichen, um plötzlich von ungeahnt vielen Überraschungen gefolgt zu werden. Das Ende von 2017 und der Beginn von 2018 verkörpern eine solch außergewöhnlich produktive Periode für mich – 10 „Lifers“. Ich schulde anderen Beobachtern und Vogelfreunden Dank, die diese Arten gefunden und auf „eBird“ kundgetan haben, einer Webseite, die der Dokumentation und Überwachung von Vögeln dient, und die mit dem renommierten Cornell Lab of Ornithology verbunden ist. Die Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft unter Vogelliebhabern ist beeindruckend.

Auch wenn ich generell versuche, diese neuen Vögel mit meiner Kamera zu erhaschen, habe ich nicht immer Erfolg, oder die Bildqualität lässt zu wünschen übrig. Deshalb zeige ich hier keine Photos der Mantelmöwe (Larus marinus), des Fichtenkreuzschnabels (Loxia curvirostra), und der amerikanischen Samtente (Melanitta fusca), sondern nur die restlichen der insgesamt zehn beschwingten Wesen, die diesen sonst etwas düsteren und herausfordernden Lebensabschnitt für mich erhellt und bereichert haben. Mögen sie auch Dir Freude bereiten.

Carolinazaunkönig (Thryothorus ludovicianus)

Spornammer (Calcarius lapponicus)

Meisenwaldsänger (Setophaga americana)

Rostscheitel-Waldsänger (Setophaga discolor)

Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii)

Feuerkopf-Saftlecker (Sphyrapicus ruber)

Halsbanddrossel (Ixoreus naevius)

Klicken Sie bitte hier für die englische Version/click here for the English version:

https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2018/02/01/the-joys-of-birding/

21 Gedanken zu “Die Freuden der Vogelschau

  1. Liebe Tanja, die Freude stundenlang nach etwas Ausschau zu halten kann ich gut nachvollziehen, auch wenn mir dazu leider meist die Zeit fehlt und es dann eher Steine oder Muscheln sind. Umso mehr freue ich mich, dass Deine Leidenschaft mit Überraschungen belohnt wurde. „Düster“ trübt meine Freude jedoch und ich hoffe, dass Du diese Umschreibung Deines Lebensabschnittes recht bald zur Vergangenheit zählen darfst! Alles Liebe, Ulrike

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  2. Wen sie einmal geschnappt hat, diese Leidenschaft, der behält sie sicher ein Leben lang.
    Einige in meinem Bekanntenkreis habe ich schon angesteckt und mir geht es wie dir. Die Spannung steigt bei jeder neuen Vogel Tour. Am Sonnabend ist es wieder soweit und ich bin mit dem NABU unterwegs.
    Aber auch, oder gerade, allein bin ich gerne unterwegs mit meiner Kamera.
    Deine Sichtungen sind fantastisch. Es sind Vögel, die hier nicht beheimatet sind, bzw. Eurasische Arten gibt es dann hier.
    Ich bin begeistert, hier bei dir „Deine“ Vogelwelt kennen zu lernen.
    Viel Vergnügen auch weiterhin gewünscht,
    Brigitte

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  3. Obwohl wir beide auf dem gleichen Kontinent leben, habe ich noch keinen dieser Vögel zu Gesicht bekommen!
    Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre das der Gelbschnabeltaucher.
    Viele Grüsse aus Québec, Canada

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  4. Hallo Tanja,
    Glückwunsch zu Deinen neuen Sichtungen! Wirklich schöne Bilder sind dabei entstanden. Ich kann mich in Deinen Ausführungen gut wiedererkennen, das hast du schön beschrieben.
    Liebe Grüße, Anna 🙂

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  5. Der Flow in der Natur macht Freude, egal ob man stundenlang Vögel beobachtet, Muscheln und Steine sammelt, angelt oder fotografiert! Ich hoffe, Du kannst Dich noch lange an Deinen schönen Entdeckungen erfreuen! LG Simone

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      • Es gibt hier zwar auch ein paar bunte Vögel, aber sobald man noch buntere sieht oder größere kommen sie einem im Vergleich zu den heimischen Arten immer besonders toll vor. Niedlich und schön sind sie alle 🙂 Dir auch eine schöne Woche! Almuth

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