Stuttgarts grüne Seiten-Teil 1

Vertiefter Kontakt mit meinen Verwandten in Stuttgart in den letzten Jahren hat mich nicht nur persönlich bereichert, sondern es mir außerdem ermöglicht, Familienbesuche mit denen in der Natur zu verbinden. Einige Orte haben es mir besonders angetan. Wie eine Sirene senden sie ihren Lockruf, und wie Odysseus kann ich ihrer Aufforderung nicht widerstehen. Im vergangenen Herbst suchte ich sie wieder auf, nachdem ich im vorherigen Jahr ihre Bekanntschaft gemacht hatte.

Der Stuttgarter Schlossgarten besteht aus drei nebeneinander gelegenen und miteinander verbundenen Teilen. Der obere Schlossgarten liegt nahe der Stadtmitte, hat den künstlich angelegten Eckensee als Zentrum, und wird von augenfälligen Gebäuden und Denkmälern umrandet, unter anderem dem neuen Schloss, der ehemaligen Residenz der Könige von Württemberg. Eine Brücke über die Schillerstraße in der Nähe des Hauptbahnhofes führt gen Norden zum mittleren Schlossgarten, der wiederum mit dem unteren verschmilzt. Diese zwei haben eine größere Fläche und scheinen abgelegener vom Getümmel der Stadt. Von einem Ende des Schlossgartens im Herzen der Stadt bis zum anderen am Neckarufer in Bad Cannstatt beträgt die Distanz etwa 4 bis 5 Kilometer, je nach gewählter Route. Ich schweife gerne, habe sie aber trotzdem in etwa zwei Stunden zurückgelegt.

Eckensee mit Königsbau rechts und Siegessäule links

Schicksalsbrunnen im oberen Schlosspark

Städtische Oasen mögen nicht so naturbelassen und einsam sein wie abgelegenere Ziele, stellen aber trotzdem willkommene Refugien dar und erinnern an die Anpassungsfähigkeit der Natur, und an ihre Tendenz, zu gedeihen, wenn ihr die geringste Gelegenheit geboten wird. Obwohl die grüne Lunge von Baden-Württembergs Hauptstadt von menschlichen Behausungen und ständigem Verkehr umgeben, und durch gepflegte Rasenflächen und geplante Bäume, Büsche und Blumen charakterisiert ist, bietet sie trotzdem ein Zuhause für wilde Tiere, obwohl es fraglich ist, wie wild sie durch häufigen menschlichen Kontakt und menschliches Zufüttern bleiben.

Höckerschwan, unbeeindruckt von Menschen

…ebenso diese schlafenden Stockenten

Die Lachmöwe läßt sich nicht stören

…und auch das Eichhörnchen nicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiher im mittleren Schlossgarten

Weite Wiese im unteren Schlossgarten

Herbstliche Pracht

…mit einladenden Wegen

 

 

 

 

 

 

Teichrallen kamen häufig vor

…ebenso wie Bläßrallen

 

 

 

 

 

Von Afrika eingewanderte Nilgänse

Eine gut aussehende Graugans

 

 

 

 

 

 

Ein noch attraktiverer Graureiher

Trotz einem fast ununterbrochenen Strom von Spaziergängern, Läufern und Radfahrern traf ich überall auf meine gefiederten Freunde, deren Präsenz die malerische Kulisse ergänzte. Da mein Besuch in Stuttgart im Spätjahr stattfand, hatte der Herbst seine Pinsel tief in goldene, bernsteinfarbene und weinrote Farbtöpfe getunkt, und großzügig die dortige Flora bemalt. An einem Tag, an dem die Sonne erfolgreich die Wolken vertrieb, die den Himmel während der restlichen Woche verdunkelten, trugen diese Farben noch etwas von der Sommerhitze in sich und erwärmten mir Herz und Seele.

Klicken Sie bitte hier für die englische Version/click here for the English version:

https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2018/03/07/stuttgarts-green-sides-part-1/

8 Gedanken zu “Stuttgarts grüne Seiten-Teil 1

  1. Manchmal glaube ich, Graugänse wissen, wie gut sie aussehen. Posieren Sie doch meist sehr stolz Richtung Kamera. Und so einen schönen Schlossgarten hätte ich in Stuttgart gar nicht vermutet. Lieben Dank für den Streifzug. Herzliche Grüße, Ulrike

    Gefällt 3 Personen

    • Danke fürs Begleiten, liebe Ulrike. Deine Beobachtung über Graugänse finde ich interessant. Ich sehe sie ja nur, wenn ich in Deutschland bin, aber wenn ich es mir recht überlege, habe ich viele Photos, in denen sie posieren. Ich mag sie sehr gerne, vielleicht eben weil sie für mich nicht selbstverständlich sind.
      Herzlichst,
      Tanja

      Gefällt 2 Personen

  2. Unglaublich schöne Bilder die man selbst nicht zu schätzen weiß wenn man hier lebt.
    Ich sollte vielleicht doch öfters auch mal in den Schlossgarten gehen anstatt nur über die Felder zu laufen 😂
    Der Schlossgarten und viele andere schöne Orte warten hier auf euch und wir auch !!

    Gefällt 1 Person

  3. Da war ich auch schon mal! 🙂 Der Park mit seinen attraktiven Bewohnern ist sehr schön. Dank Deiner tollen Bilder konnte ich mir das wieder in Erinnerung rufen. Diese städtischen Refugien sind unglaublich wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt, insbesondere wenn sie mit dem Umland in Verbindung stehen.
    Und es ist doch auch schön, wenn die Tiere ihre Wildheit ein Stück verloren haben. Denn das erhöht ungemein die Wertschätzung von Alt und Jung für die Tiere.

    Gefällt 2 Personen

    • Es freut mich, wenn mein Bericht Deine Erinnerung aufgefrischt hat. Du hast recht, diese Orte, wenn auch großteils kultiviert, spielen eine unerläßliche Rolle. Und die Vögel aus der Nähe beobachten zu kommen erweckt vielleicht in manchen Menschen Interesse, mehr über sie zu lernen, oder sie zu beschützen!
      Liebe Grüße,
      Tanja

      Gefällt 1 Person

  4. Hallo Tanja!
    Durch Zufall bin ich auf Deinen Blog gestoßen – schön, von Dir zu hören bzw. zu lesen. Schöne Fotos und tolle Beiträge hast Du eingestellt, ich bin noch am Lesen.
    Ich habe Deine E-Mailadresse leider nicht mehr und wir sind in der Zwischenzeit umgezogen (siehe mein Blog http://scrapelicious.blogspot.com.). Deine Adresse liegt auch noch irgendwo zwischen Unterlagen, sorry.
    Es wäre schön, wenn wir wieder Kontakt hätten, denn ich denke oft an Dich!
    Liebe Grüße
    Carmen

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Carmen,
      es freut mich sehr, von Dir zu hören. Vor einigen Jahren versuchte ich, Dich über verschiedene Email Adressen zu erreichen, aber die hast Du wohl nie erhalten.
      Es ist gut möglich, daß Du keine Benachrichtigung über meine Antwort erhältst, wenn Du selbst kein WordPress Konto hast. Das finde ich bedauernswert, doch habe keinen Einfluß darauf. Aber irgendwie wird es ja vielleicht klappen.
      Ich hoffe es geht Euch gut und ich freue mich auf Deinen Blog.
      Herzliche Grüße,
      Tanja

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