Fort Robinson

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http://tanjabrittonwriter.com/2018/07/25/fort-robinson/

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Vorsicht! Rasseln!

In paarundzwanzig Jahren Ehe sind mein Mann und ich an vielen Orten viele Meilen weit gewandert. Begegnungen mit allerlei Getier haben unsere Erfahrung oft bereichert und waren meist harmloser, und gefiederter oder gepelzter Natur: Vögel, Kaninchen, Eichhörnchen, Füchse, Kojoten. Über unsere eher grenzwertigen Interaktionen mit Braunbären in Alaska werde ich vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt berichten. Was Begegnungen geschuppter Natur anbelangt, haben wir die Bekanntschaft von Schildkröten, Eidechsen und Schlangen gemacht, und, was letztere angeht, handelte es sich meist um ungiftige Nattern.

Obwohl viele Wanderpfade in Colorados Vorgebirge und Prärie mit Warnschildern über giftige Klapperschlangen ausgestattet sind, sahen wir vor nur drei Jahren unsere erste – ein Baby, auf das wir fast traten, weil es sich direkt auf dem Weg in der Sonne räkelte. Ich hatte gerade genug Zeit, um einige Photos zu machen, bevor es sich davonmachte.

Baby Klapperschlange. Es ist etwas schwer, die Größe abzuschätzen, doch sie war nicht länger als 30 Zentimeter.

Erst vor kurzem sahen wir unsere zweite (bzw. dritte, wenn wir eine mitzählen, die wir während einer Reise im Mai in Colorados Nordosten durch die Autoscheibe sahen). Als mein Mann plötzlich wie angewurzelt stehen blieb, prallte ich fast mit ihm zusammen. Er wies auf eine etwa 5 Meter entfernte flache Senke hin, die wir durchqueren mussten, wo eine längliche doch gleichzeitig kräftige Form auszumachen war. Obwohl meine bessere Hälfte farbenblind ist, übersteigt seine Fähigkeit, gewisse Muster zu entdecken, die meinige, und oft ist er der Erste, dem Amphibien und Reptilien auffallen. „Schau Dir diesen dreieckigen Kopf an“, sagte er. „Das ist eine Klapperschlange.“ Ein zweiter Blick bestätigte den Eindruck, da uns Rasseln am Schwanzende und Gruben unter den Augen auffielen. Diese verbergen Wärmerezeptoren und sind für ihre Klassifizierung als Grubenottern verantwortlich. Wahrscheinlich handelte es ich um einen Vertreter der Prärie-Klapperschlange.

Da ihr drei bis vier Fuß langer Körper ausgestreckt statt aufgerollt war, und wir uns außerhalb ihrer Reichweite befanden, stellte sie keine Gefahr dar. Wir beobachteten sie genauso interessiert wie sie uns. Als sich drei weitere Wanderer aus entgegengesetzter Richtung näherten, machten wir sie auf das Tier aufmerksam, das auch von ihnen fasziniert beobachtet wurde. Der Reptilienkopf drehte sich zwischen ihnen und uns hin und her, doch weder zischte noch klapperte der Kaltblüter, züngelte lediglich von Zeit zu Zeit seine gegabelte Zunge (leider nie in dem Moment, in dem ich ein Photo machte). Als ich einen weiten Bogen um die Schlange schlug, um die Gegenseite der Senke zu erreichen, besann auch sie sich ihres ursprünglichen Plans und bewegte sich fort, wenn auch nicht sehr weit. Etwa drei bis vier Meter vom Pfad entfernt kringelte sie sich hinter einem sonnengewärmten Felsen, allem Anschein nach um ein der Verdauung zuträgliches Mittagsschläfchen zu halten.

Wir sind davon überzeugt, daß wir schon unzählige Male von wilden Wesen unter die Lupe genommen wurden, ohne uns dessen bewusst gewesen zu sein. Generell vermeiden sie große Tiere, Menschen inklusive. Dieses glücklicherweise unkomplizierte Treffen diente nicht nur der Gelegenheit, die grünlichen Töne, dunklen Markierungen des Körpers und weißen Streifen des Gesichts dieses scheinbar sehr gelassenen Exemplars zu bewundern, sondern erinnerte uns auch wieder daran, stets aufmerksam zu sein. Es ist möglich, um nicht zu sagen wahrscheinlich, daß wir auf dem Rückweg zum Auto etwas öfter als sonst hinter Felsen sowie über unsere Schulter blickten. 🙂

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