Zurück zur Natur

Wohin unsere Blicke schweifen, treffen sie auf schwindende natürliche Lebensräume. Wir alle sind Zeugen der tragischen Zerstörung des Regenwaldes, die nicht nur Klimaerwärmung erzeugt, sondern noch verschlimmert, da die grüne Lunge unserer Erde nicht mehr länger in der Lage ist, im wunderbaren Prozeß der Photosynthese erderwärmendes Kohlendioxid zu inhalieren, und in einer Art Nebengedanken Sauerstoff auszuatmen. Feuchtgebiete stellen eine weitere unentbehrliche, in Windeseile schwindende Welt dar, auf die unzählige Pflanzen und Tiere angewiesen sind. Angesichts dieser Verluste sind Resignation oder sogar Verzweiflung eine verständliche Reaktion, doch glücklicherweise folgt jeder Wiederherstellung von lebensspendenden Sphären auch ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Es hat mir Mut gemacht, die Bekanntschaft einiger solcher Projekte während früherer Deutschlandaufenthalte zu machen. Meine Wurzeln liegen in Rheinhessen, einer Gegend, die durch den Rhein geprägt ist, wie der Name andeutet. Ganz in der Nähe der Rohrwiesen bei Rheindürkheim (Thema eines vorherigen Blogbeitrags) liegt ein zweites Naturschutzgebiet, namens Eich-Gimbsheimer Altrhein. Der Rhein war über Jahrtausende hinweg ein Mäander. Seine Begradigung in den 1820er Jahren führte dazu, daß seine Nebenarme sich selbst überlassen wurden. Viele verlandeten, doch einige, wie auch das hier beschriebene Gewässer, erhielten über Grundwasser, Niederschläge, oder gelegentliche Überflutungen des Stroms genügend Wasser zum Überleben. Diese Überschwemmungen wurden durch den Bau eines Damms verhindert, die Marsche wurden entwässert und in Ackerland verwandelt, und der Grundwasserspiegel fiel durch Trinkwasserförderung zusätzlich.

Mehrgleisigen Projekten in den letzten Jahrzehnten ist die Transformation des Altrheinarms in den Altrheinsee, und die Wiederbelebung der Sumpfgebiete zu verdanken. Die 667 Hektar dieses Schutzgebietes sind Teil von Natura 2000, einem Projekt der EU, das die Wiederherstellung und Erhaltung von gefährdeten Gegenden, und deren Tier- und Pflanzenwelt zum Ziel hat. Auch wenn es nur einen winzigen Ausschnitt der Erdoberfläche repräsentiert, hat es zum Aufblühen der hiesigen Flora und Fauna geführt, und Zugvögeln einen weiteren Rastplatz zur Verfügung gestellt. Ein 6 Kilometer langer Pfad, mitsamt Beobachtungshütten und –türmen, bietet Einblicke in den Altrheinsee, in Baggerseen (Resultat der Kiesförderung), in Feuchtgebiete, in kleine Bruchwälder sowie auf die umliegenden Felder.

Da all meine bisherigen Besuche in den späten Herbstmonaten stattfanden, habe ich noch nicht einmal die Fülle des pulsierenden Lebens erlebt, und freue mich darauf, die Erfahrung im Frühling machen zu können. So bescheiden dieser Zufluchtsort auch sein mag, kann er nichtsdestotrotz als Beispiel dafür dienen, wie wir unseren Planeten Schritt für kleinen Schritt retten können.

Zum Vergrößern, das Bild bitte anklicken. Um den Titel zu lesen, mit der Maus darüber schweben.

Bitte hier für die englische Version klicken/click here for the English version:

http://tanjabrittonwriter.com/2018/12/11/back-to-nature/

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7 Gedanken zu “Zurück zur Natur

    • Ich hoffe es auch, liebe Christa. Leider ist unsere geplante Reise dieses Jahr ins Wasser gefallen, aber hoffentlich wird es im neuen Jahr klappen. Schön, daß Du einige Wochen in München und Umgebung verbringen konntest.
      Ganz liebe Grüße,
      Tanja

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    • Ich danke Dir, liebe Ulrike. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Von Euren Wintergästen zu lesen machte auf Deutschlands hohen Norden hungrig, doch auch das muß warten. Ich tröste mich damit, daß Vorfreude die größte Freude ist.
      Sei herzlich gegrüßt,
      Tanja

      Gefällt 1 Person

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