Schmetterlingsfieber

Im späten Sommer und frühen Herbst erlebten die Rocky Mountains eine Invasion von Legionen amerikanischer Distelfalter. Das Wetterradar in Denver entdeckte riesige Schwärme dieser seidenen Schmetterlinge, als sie in einem etwa 110 Kilometer breiten Band wellenförmig über den Bildschirm flatterten. Auch wenn dieses Phänomen in östlicheren Staaten nicht unbekannt ist, stellte es in Colorado ein Novum dar. Dem aus den zahlreichen Begegnungen resultierenden Entzücken wurde in Zeitungen, im Fernsehen und auf vielen Blogs Ausdruck verliehen.

Zwischen Ende August und Mitte Oktober wurden Bewohner und Besucher von Colorado Springs mit dem Erscheinen weiterer beflügelter Kreaturen beglückt. Dank des zehnjährigen, von dem Rotaryklub organisierten Jubiläums der Veranstaltung „Flug“ (Flight), landeten 24 handgefertigte Schmetterlinge auf dem Rasen unseres Heimatmuseums (Pioneers Museum), wo ihre Farben und drolliges Design zu der aktiven Kunstszene der Innenstadt beitrugen. Diese stählernen Individuen mit einer Spannweite von einem Meter ließen sich auf zwei Meter hohen Stangen nieder, nachdem sie Künstlern aus Colorado kreierten. Danach wurden sie in einer Benefizveranstaltung versteigert, und die Erträge werden Kunst- und Wissenschaftsprogrammen in dem größten Schulbezirk sowie weiteren bedürftigen Organisation zukommen.

Nach einem Aufenthalt in meinem Lieblingsmuseum an einen strahlenden Herbsttag nutzte ich das perfekte Wetter aus, und knipste fröhlich mit meiner Kamera los. Wenn frau von einer Wolke überdimensionaler, bezaubernder Wesen umgeben ist, fällt die Wahl schwer. Jeder Schmetterling war individuell benannt und bemalt, auf seiner Vorder-und Rückseite, und die Details kann ich nur unvollkommen wiedergeben. Meine Fotos zeigen lediglich eine Auswahl dieser in Liebesarbeit geschaffenen Inspirationen.

Transformation-Flug des Phönix

Tiger Leidenschaft

Silhouette des Sonnenuntergangs

Harmonischer Traum

Huichol Wildnis

Ins Licht

Die Schöne und das Biest

Die vier Jahreszeiten

Die vier Jahreszeiten

Als ich unter diesen bewegungslosen Geschöpfen das Zittern vieler bewegter Flügel verspürte, die einerseits so gebrechlich erscheinen, andererseits aber deren Träger in ferne Länder befördern können, fühlte ich mich zugleich dankbar und beschwingt, Zeugin dieses magischen Moments zu sein.

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https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/11/09/butterfly-fever/

Ancestral Puebloans-Teil 1: Übersicht

Im US Gebiet Four Corners, wo Colorado, Neu Mexiko, Arizona und Utah zusammentreffen, dominiert das Colorado Plateau Landschaft und Klima. Unzählige Ruinen übersäen die Region. Ruinen, die an komplexe Gesellschaften erinnern, die einst in dieser halbtrockenen bis trockenen, hochgelegenen, wüstenartigen Umwelt ihr Dasein fristeten. Nachdem sich die ehemals nomadischen Indianer niederließen, errichteten sie Gebäude aus Gestein und Holz, verputzten sie mit einer aus Wasser und Erde angerührten Mischung und verwandelten sie somit zu Wohnstätten, die in Erdfarben getüncht waren. Sie läuteten das Zeitalter der Pueblos ein, welches von etwa 700 bis 1300 u. Z. dauerte.

Four Corners Region Colorados

Ansammlungen dieser Pueblos säumten Felsschluchten oder wurden unter Felsdecken erbaut. Fast alle lagen in der Nähe einer Quelle oder Sickerstelle, was ihre Wasserzufuhr sicherte. Pinien und Wacholderbäume, Wüstensalbeibüsche, und die damit verbundene Pflanzengemeinschaft lieferten Zutaten zum Bauen, Brennen, Bekleiden und Verzehr.

Pflanzengemeinschaft der Wacholderbäume und Wüstensalbeibüsche

Eßbare Wacholderbeeren

Wilde Tiere ergänzten weiterhin Kleidung und Küche, aber die früheren Jäger und Sammler wandten sich einem Lebensstil zu, der überwiegend von Landwirtschaft abhing, und der die heilige Lebensmitteldreifaltigkeit des Südwestens produzierte: Mais, Bohnen und Kürbisse. Der unendliche Horizont mit klarer Sicht auf zahllose himmlische Konstellationen inspirierte Felsritzungen, die Sommer- und Wintersonnenwenden sowie weitere kosmische Phänomene genauestens vorhersagten.

Astronomische Felsritzungen

Petrogylphs“ (Felsritzungen, hier gezeigt) und Pictographs“ (Felszeichnungen, hier nicht sichtbar) sind die einzigen Niederschriften“ der Ancestral Puebloans

Wer waren diese Menschen, um eine ehrfürchtige Frage meines Mannes zu wiederholen. Als die Entdecker des 19. Jahrhunderts deren Monumentalbauten zum ersten Mal erblickten, übernahmen sie die Bezeichnung Anasazi für die Architekten aus der Navajo Sprache, was so viel bedeutete wie alte Feinde“, oder alte Fremdlinge“. Laut früheren Vorstellungen verschwanden sie scheinbar von heute auf morgen vom Erdboden. In den letzten Jahrzehnten setzte sich die Auffassung durch, daß sie sich in benachbarte Landstriche verstreuten, und mit den Vorfahren der heutigen Pueblobewohner vermischten. Dies resultierte in ihrem neueren Namen, Ancestral Puebloans, was so viel bedeutet wie Ahnen der Pueblobewohner.

Kakteen gedeihen in dem kargen Klima…

….ebenso Eidechsen

Rabe auf Ruinen

Warum verließen die Gebieter dieser abgelegenen Gegenden ihre sorgfältig erbauten Gemeinden, die den Launen der Jahrhunderte getrotzt hatten? Niemand weiß es genau, aber Theorien gibt es reichlich. Daß Wasser Leben bedeutet, ist überall unumstritten. Es ist nirgendwo offensichtlicher, als in einem Ökosystem, wo dessen Vorhandensein immer grenzwertig ist, und durch ein smaragdfarbenes Band signalisiert wird, das sich durch die Pastelltöne der Wüste windet. Verschwanden die Ancestral Puebloans wegen Wassermangels, nachdem Dürre jahrein, jahraus die Regel war, wie Jahresringdatierungen ergaben? Waren Übernutzung des Bodens und daraus resultierende Konflikte bis hin zu bewaffneten Auseinandersetzungen dafür verantwortlich? Sobald eine Frage beantwortet wird, tun sich andere auf, und viele bleiben offen.

Wer waren diese Ancestral Puebloans?

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https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/08/24/ancestral-puebloans-part-1-overview/

Dies ist der erste Artikel einer mehrteiligen Serie.

Klicken Sie bitte hier für Teil 2, hier für Teil 3, hier für Teil 4.