Ancestral Puebloans-Teil 2: Chaco Canyon

Dies ist Teil 2 einer mehrteiligen Serie.

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Zu den berühmtesten architektonischen Meisterleistungen der Ancestral Puebloans zählt Colorados Mesa Verde Nationalpark. Dieser wurde allerdings von Chaco Canyon in Neu Mexiko an Bedeutung übertroffen, und zwar bereits zu einem früheren Zeitpunkt. Schon zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert bestand Chaco aus komplexen, drei-bis vierstöckigen Strukturen. Kilometerlange Chaco Straßen verbanden dieses Zentrum mit entlegenen Wohnstätten und mit Handelsnetzen, die bis zur Pazifikküste und nach Mexiko reichten, wie Muschel- und tropische Federfunde während der anfänglichen Ausgrabungen belegen. Fabelhafte Gebäude, Schmuck, Töpfer- und Korbwaren beflügeln die Fantasie der heutigen Besucher ebenso wie die der Entdecker des Ortes im späten 19. Jahrhundert, und in Anbetracht seiner Schlüsselrolle wurde er 1907 zum nationalgeschichtlichen Park (National Historic Park) und 1987 zum Weltkulturerbe erklärt.

Fajada Butte, 2019 Meter hoch, ein wichtiger Orientierungspunkt in der Nähe von Chaco Canyon, von einigen Ruinen aus gesehen

Eine der Chaco Fernstraßen

Mein Mann und ich bereisten Chaco Canyon 2009 und 2015. Er liegt in der Nordwestecke Neu Mexikos, in der Nähe von Farmington, und wir erreichten ihn vom Norden aus, über eine etwa 33 Kilometer lange, ungeteerte Landstraße, die teils einem Waschbrett glich. Die Zufahrt vom Süden soll nicht viel besser sein. Ein Campingplatz bietet die einzige Übernachtungsmöglichkeit. Im Sommer brutzelt, und im Winter gefriert es, und als wir das letzte Mal dort zelteten, wurden wir eines Maimorgens von Schnee überrascht.

Ein Morgen im Mai

Eine 11 Kilometer lange, asphaltierte Straße führt vom erst kürzlich renovierten Besucherzentrum ins Herz des Parks und gewährt Zugang zu Pueblos mit Namen wie Chetro Ketl und Hungo Pavi. Diese entsprechen eher der Faszination der ursprünglichen Betrachter als ethnologisch feinfühligen oder bedeutsamen Bezeichnungen. Pueblo Bonito, das größte, bestand einst aus über 600 Räumen und 40 Kivas, zeremoniellen Kammern, aus denen die Menschheit hervorgekommen sein soll.

Mehrere Pueblos säumen Chaco Canyon

Pueblo Bonito, mit vielen runden Kivas

Einer der Innenräume mit ehemaligen Holzfußboden und Holzdecke. Auf den fehlenden Balken wurden kleinere Stämme quergelegt.

T-förmige Türen waren charakteristisch für Chaco

Warum gibt es so viele Räume, von denen die meisten von Licht und Luft abgeschnitten waren? Gelehrte behaupten, daß viele dieser „Herrenhäuser“ (Great Houses) nicht als Wohnorte konzipiert waren. Vielmehr hätten sie Zentren des Handels, der Lebensmittellagerung oder –verteilung repräsentiert, oder auch zeremonielle oder religiöse Bedeutung gehabt. Es gibt außerdem Hinweise, daß große Teile davon nicht regelmäßig genutzt wurden. Warum wurden sie dann in mühseliger Kleinarbeit errichtet, besonders da jeder Stein von Hand gemeißelt, und jeder Baumstamm von Wäldern in mindestens 80 Kilometer Entfernung hierher geschleppt werden mußte?

Ruinen in den Farben der Umgebung

Die größte von mehreren Großen Kivas in Chaco Canyon

Um der konstanten Strömung der Menschen und Fahrzeugen zu entkommen, die sich in der Nähe der Angelpunkte ergießt, gibt es eine Reihe von Wanderwegen, die zu entlegeneren Siedlungen führen, wo man/frau etwas Abgeschiedenheit finden, und über diese rätselhaften Fragen im Schatten der Ruinen nachsinnen kann. Sie flüstern von einer Zeit, in der erkenntnisreiche Menschen ihre Ressourcen bestens nutzten, und eine umfangreiche und ausgeklügelte Kultur entwickelten, die uns noch heute staunen läßt.

Wer waren diese Ancestral Puebloans?

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https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/08/31/ancestral-puebloans-part-2-chaco-canyon/