Sonnenwende

Mein Körper reiht sich ein.

Er ist an seinem dunkelsten Punkt,

aber nur für kurze Zeit.

Nicht genug Zeit für Wahnsinn

     oder vorübergehende Depression.

Der dunkelste Punkt stellt nur eine kurze Gelegenheit dar.

Eine Gelegenheit für Traurigkeit, Einsamkeit, Sichentlieben

     und weitere Zustände, die mit Lichtmangel einhergehen.

Aber bevor von der Gelegenheit Gebrauch gemacht werden kann, ändern sich

     die Schatten.

Das Licht wird stärker,

zieht mich zu sich hin.

Zu seiner Wärme, dem darin verborgenen Versprechen.

Und so beginne ich den nächsten Zyklus,

zusammen mit den Tieren, den Pflanzen, den Ozeanen und Winden

und allen, die denselben Sog fühlen.

 

Ich finde mein Gleichgewicht.

Ich beginne erneut.

Es ist erst der zweiundzwanzigste Dezember und schon beginnt es,

     sich wie Sommer anzufühlen.

 

Ofelia Zepeda (born 1952), „The South Corner” (meine Übersetzung aus dem Amerikanischen) aus der Anthologie Sisters of the Earth: Women’s Prose & Poetry about Nature. Lorraine Anderson, Hrsg., 2. Ausgabe, 2003.

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https://tanjabrittonwriter.wordpress.com/2017/12/22/solstice/